Ein Massageöl besteht aus zwei Dingen: einem fetten Öl, das über die Haut gleitet, und einem Duft, der den Raum verändert. Alles andere ist Verpackung. Selbst gemischt kostet ein gutes Öl einen Bruchteil dessen, was im Regal steht, und der Duft passt zu dem, was ihr an dem Abend vorhabt.
Dieser Artikel beschreibt das Grundrezept mit Mengen, drei Mischungen zum direkten Nachmachen und einen Ölauszug aus eigenen Blüten, wenn ihr Rosen oder Lavendel im Garten habt. Für den Ablauf, in dem so ein Öl vorkommt, siehe Date Night zu Hause.
Das Grundrezept
Für 100 Milliliter:
- 100 ml Trägeröl — süßes Mandelöl, Jojobaöl oder Aprikosenkernöl
- 20 Tropfen ätherisches Öl — das entspricht etwa einem Prozent
- optional: 1 Kapsel Vitamin E, aufgestochen, als Oxidationsschutz
- eine dunkle Glasflasche mit Schraubverschluss
Trägeröl in die Flasche, ätherisches Öl eintropfen, verschließen, dreißig Sekunden rollen. Vor jedem Gebrauch kurz schütteln. Das war der ganze Vorgang.
Zur Menge: Ein Prozent ist die übliche Konzentration für großflächige Anwendung auf der Haut. Ein Tropfen fasst rund 0,05 Milliliter, zwanzig Tropfen ergeben also etwa einen Milliliter auf hundert. Mehr Duft macht die Mischung nicht besser. Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenauszüge, und die Nase gewöhnt sich innerhalb von Minuten sowieso an das, was da ist.
Welches Trägeröl
| Öl | Gefühl auf der Haut | Haltbarkeit |
|---|---|---|
| Süßes Mandelöl | leicht, zieht mittelschnell ein, gutes Gleiten | 6 bis 12 Monate |
| Jojobaöl | trockener Griff, klebt kaum, sehr hautfreundlich | 2 Jahre und länger |
| Aprikosenkernöl | fein, leicht, zieht schneller ein als Mandel | etwa 12 Monate |
| Sonnenblumenöl | günstig, gutes Gleiten, wird schneller ranzig | 3 bis 6 Monate |
| Kokosöl | unter 24 Grad fest, muss angewärmt werden | sehr lang |
Für den Anfang ist süßes Mandelöl die naheliegende Wahl: günstig, überall zu bekommen, gleitet lange. Wer ein Öl mag, das nach der Massage kaum spürbar bleibt, nimmt Jojoba. Streng genommen ist Jojoba ein flüssiges Wachs, und genau deshalb ranzt es praktisch nicht.
Drei Mischungen
Jeweils für 100 Milliliter Trägeröl.
Rosenabend — weich und warm
- 10 Tropfen Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
- 6 Tropfen Lavendel fein
- 4 Tropfen Vanille-Extrakt (CO₂)
Echtes Rosenöl aus Rosa damascena ist eines der teuersten ätherischen Öle überhaupt, weil für einen Liter mehrere Tonnen Blüten destilliert werden. Rosengeranie riecht rosig, kostet einen Bruchteil und wird in der Parfümerie seit jeher für genau diesen Zweck verwendet. Was der Rose an Wirkung zugeschrieben wird und was davon geprüft ist, steht im Dossier.
Warmer Abend — würzig
- 8 Tropfen Kardamom
- 6 Tropfen Vanille-Extrakt (CO₂)
- 4 Tropfen Ingwer
- 2 Tropfen Zimtblatt
Ingwer und Zimt erzeugen auf der Haut ein Wärmegefühl. Beide reizen in höherer Dosierung, deshalb bleiben die Mengen hier klein. Zimtblattöl ist milder als Zimtrindenöl, das für die Haut ungeeignet ist. Zur Pflanze selbst: Ingwer, Wärme und Durchblutung.
Ruhiger Abend — für Schultern und Nacken
- 12 Tropfen Lavendel fein
- 5 Tropfen Zeder
- 3 Tropfen Melisse
Die Mischung riecht mehr nach Ruhe als nach Verführung, und für viele Abende ist das der brauchbarere Anfang. Lavendel ist die am besten untersuchte Pflanze in dieser Liste.
Der Ölauszug aus eigenen Blüten
Wenn Rosen oder Lavendel im Garten stehen, könnt ihr den Duft direkt ins Öl holen. Das Verfahren heißt Mazeration und dauert ein paar Wochen.
- Blüten trocknen. Vollständig, ohne Restfeuchte. Feuchtigkeit im Öl bedeutet Schimmel, und der macht den ganzen Ansatz unbrauchbar. Zwei bis fünf Tage auf einem Tuch an einem luftigen, schattigen Platz.
- Glas füllen. Ein sauberes Schraubglas locker mit Blüten füllen, mit Trägeröl vollständig bedecken. Alles, was oben herausschaut, verdirbt.
- Ziehen lassen. Zwei bis vier Wochen an einem warmen, dunklen Ort. Alle paar Tage schwenken.
- Abseihen. Durch ein feines Sieb oder ein Tuch, gut ausdrücken, in eine dunkle Flasche füllen, mit Datum beschriften.
- Verstärken. Wer will, setzt den Auszug ein zweites Mal mit frischen getrockneten Blüten an. Der Duft wird dabei deutlich kräftiger.
Der Auszug riecht zarter als eine Mischung mit ätherischen Ölen. Sein Vorteil liegt woanders: Ihr wisst genau, welche Pflanze im Glas war und wann sie geschnitten wurde. Die Ernte gelingt am besten an einem trockenen Vormittag, wenn der Tau weg ist. Wer sich beim Termin am Mond orientieren will, findet die passenden Tage im Liebeskalender.
Was vor dem ersten Mal wichtig ist
Der Armbeugentest. Einen Tropfen der fertigen Mischung in die Armbeuge, 24 Stunden warten. Rötung oder Juckreiz heißt: Mischung verdünnen oder ein anderes Öl nehmen. Das gilt besonders für empfindliche Haut und für alle Mischungen mit Zimt, Ingwer oder Nelke.
Öl und Latex vertragen sich nicht. Fette Öle greifen Latex an, Kondome aus Latex können dadurch reißen. Wenn an dem Abend Kondome vorkommen, gehört das Massageöl auf Schultern, Rücken und Arme, und für alles Weitere braucht es ein wasser- oder silikonbasiertes Gleitmittel. Kondome aus Polyurethan sind ölbeständig, was aber auf der Packung stehen muss.
Nicht auf Schleimhäuten. Ätherische Öle reizen dort auch in kleiner Verdünnung. Das gilt für die Mischungen genauso wie für den Blütenauszug.
Zitrusöle nur mit Bedacht. Bergamotte, Zitrone und einige andere Zitrusöle machen die Haut lichtempfindlich. In einem Abendöl ist das selten ein Problem, an einem Sommertag auf dem Balkon schon.
In der Schwangerschaft und bei Kindern gelten andere Regeln für ätherische Öle. Im Zweifel bleibt das reine Trägeröl, das ganz für sich schon angenehm ist.
Haltbarkeit und Aufbewahrung
Dunkles Glas, kühl, verschlossen. So hält eine Mischung mit Mandelöl etwa ein halbes bis ein ganzes Jahr, mit Jojoba deutlich länger. Ranziges Öl erkennt man am Geruch: kratzig, ein wenig wie alte Nüsse. Dann kommt es weg.
Praktisch ist eine kleine Flasche mit 50 Millilitern zum Gebrauch und der Rest im Vorrat. Was ständig auf- und zugeschraubt wird, altert schneller.
Häufige Fragen
Welches Öl eignet sich am besten für eine sinnliche Massage? Süßes Mandelöl für langes Gleiten, Jojobaöl für ein trockeneres Gefühl auf der Haut. Beide vertragen sich gut mit ätherischen Ölen und sind für die meisten Hauttypen unproblematisch.
Wie viele Tropfen ätherisches Öl auf 100 ml? Etwa 20 Tropfen, also ein Prozent. Für empfindliche Haut reichen 10 Tropfen.
Kann man Massageöl mit normalem Speiseöl machen? Ja. Sonnenblumen- und Rapsöl funktionieren, riechen aber deutlich nach sich selbst und werden schneller ranzig. Für ein Öl, das öfter benutzt wird, lohnt der kleine Aufpreis für Mandel oder Jojoba.
Wie lange hält selbst gemachtes Massageöl? Mit Mandelöl sechs bis zwölf Monate, mit Jojoba zwei Jahre und länger. Dunkel und kühl gelagert, in Glas.
Kann ich Rosenblüten einfach in Öl legen? Nur vollständig getrocknete Blüten. Frische Blüten bringen Wasser in den Ansatz, und der schimmelt.