Der Liebeskalender rechnet mit echten Planetenständen — denselben, die der biodynamische Aussaatkalender nutzt. Was am Himmel steht, ist Untergrund mit Substanz; was wir daraus lesen, ist eine Linse zum Spielen. Nimm, was passt, lass weg, was nicht. Damit du weißt, womit du spielst, steht hier jeder Begriff erklärt.
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Kapitel 1
Die Grundidee
Vier Begriffe tragen alles Weitere: ein Geburtshimmel, der Vergleich zweier davon, der heutige Himmel als Gegenüber — und die Beziehung als eigenes drittes Wesen.
Synastrie
GrundideeDer Vergleich zweier Geburtshimmel — euer astrologisches Beziehungsbild.
Die Engine nimmt deinen Geburtshimmel und den deines Gegenübers und hält jeden Planeten von dir gegen jeden Planeten der anderen Person. Überall, wo zwei Planeten in einem bedeutsamen Winkel zueinander stehen, entsteht ein Faden zwischen euch — ein Aspekt. Die Summe dieser Fäden ist eure Synastrie.
Für diese Ebene reicht das Geburtsdatum. Uhrzeit und Geburtsort brauchst du erst, wenn Häuser und Aszendent dazukommen — die lassen wir hier bewusst weg, damit jede und jeder ohne Geburtsurkunde mitspielen kann.
Geburtshoroskop
ChartWo die zehn Himmelskörper am Tag deiner Geburt standen.
Auch Natal-Chart genannt. Die Engine rechnet für dein Geburtsdatum aus, in welchem Sternbild Sonne, Mond und die acht Planeten damals standen. Das ist dein fester Ausgangspunkt — er ändert sich nie wieder.
Was hier nicht drinsteckt: Häuser und Aszendent. Die hängen an Uhrzeit und Ort und kommen erst in einer späteren Ausbaustufe. Für Synastrie und Transit genügt die Sternbild-Lage.
Transit
HeuteDer heutige Himmel klopft an deine Geburtspunkte.
Während dein Geburtshimmel stillsteht, wandern die echten Planeten weiter. Ein Transit ist ein Aspekt zwischen einem Planeten von heute und einem Punkt aus deinem Geburtsbild — derselbe Winkel-Mechanismus wie bei der Synastrie, nur dass dein Gegenüber der Tageshimmel ist.
Schnelle Transite (der Mond zieht in zweieinhalb Tagen durch ein Sternbild) färben den Tag. Langsame Transite beschreiben eine Phase über Wochen. Genau das speist die Solo-Ansicht „Heute auf dich“.
Composite
ChartDie Beziehung als drittes Wesen.
Statt zwei Charts gegeneinander zu halten, mittelt das Composite jeden Planeten auf den Punkt genau zwischen euch beiden. Heraus kommt ein eigenes kleines Chart — nicht du, nicht die andere Person, sondern das Wesen, das ihr zusammen seid. Ein zweiter Blickwinkel neben der Synastrie.
Kapitel 2
Die zehn Himmelskörper
Jeder Planet steht für ein Thema. Fünf bewegen sich schnell und liegen mitten im Persönlichen — sie bilden die Heart-Achse. Fünf kriechen langsam und beschreiben Phasen statt Tage — die lange Welle.
Identität, Wille, Lebenskraft, Selbstausdruck
Heart-AchseGefühl, Bedürfnisse, Bindungsmuster, Stimmung
Heart-AchseDenken, Sprache, Austausch, Verstand
Heart-AchseAnziehung, Werte, Geschmack — der Empfangs-Pol der Liebe
Heart-AchseAntrieb, Begehren — der Aktions-Pol der Sexualität
Heart-AchseErweiterung, Sinn, Optimismus, Großzügigkeit
Lange WelleStruktur, Begrenzung, Realität, Verbindlichkeit
Lange WelleBruch, Plötzlichkeit, Freiheit, Unkonventionalität
Lange WelleAuflösung, Sehnsucht, Idealisierung, Verschmelzung
Lange WelleTransformation, Macht, Tiefe, Schatten
Lange WelleKapitel 3
Die fünf Aspekte
Ein Aspekt ist ein bedeutsamer Winkel zwischen zwei Planeten. Fünf Winkel zählen — drei fließen leicht, zwei reiben. Hier zuerst auf einen Blick, dann einzeln.
Aspekt
WinkelEin bedeutsamer Winkel zwischen zwei Planeten.
Jeder Planet steht auf einem Grad des 360°-Kreises. Den Abstand zweier Planeten misst die Engine als Winkel. Fünf bestimmte Abstände gelten seit der Antike als bedeutsam — sie sind die Aspekte. Steht ein Planetenpaar nah an einem dieser Winkel, entsteht eine Verbindung mit eigenem Charakter.
Drei der fünf fließen leicht (Konjunktion, Sextil, Trigon), zwei reiben (Quadrat, Opposition). Reibung hält wach und gehört zur Anziehung dazu — ein Quadrat zwischen Venus und Mars kann heißer sein als ein braves Trigon.
| Aspekt | Winkel | Orbis | Charakter |
|---|---|---|---|
| ☌Konjunktion | 0° | ± 8° | verschmelzend, verstärkend |
| ⚹Sextil | 60° | ± 4° | harmonisch, leichter Fluss |
| □Quadrat | 90° | ± 6° | spannungsvoll, dynamisch, fordernd |
| △Trigon | 120° | ± 6° | harmonisch, mühelos, begünstigend |
| ☍Opposition | 180° | ± 8° | polar, spiegelnd, ergänzend durch Gegensatz |
Konjunktion
☌0° · Orbis 8°Zwei Planeten am selben Punkt — verschmolzen, verstärkt.
Der engste Winkel überhaupt. Die beiden Kräfte stehen aufeinander und wirken wie eine. Venus auf Mars heißt unmittelbare Anziehung, Mars auf Merkur heißt scharfe Zunge — die Färbung hängt am Planetenpaar, die Wucht ist immer hoch.
Im Bett ist das die Nacht, in der niemand fragt, wer anfängt — ihr seid längst mittendrin.
Sextil
⚹60° · Orbis 4°Der leichte, freundliche Winkel.
Ein Angebot, kein Sog. Sextile reichen sich die Hand und lassen einander Raum — gut für Flirt, Anbahnung, das spielerische Davor. Der kleinste Orbis aller fünf: ein Sextil muss eng sitzen, um zu zählen.
Das lange Vorglühen: ein Blick zu viel, eine Hand, die liegen bleibt, und alle Zeit der Welt.
Quadrat
□90° · Orbis 6°Reibung, Spannung, Herausforderung.
Die beiden Planeten stoßen sich. Ein Quadrat fordert, kann zermürben, kann aber genauso die ganze Hitze liefern, die ein Date erst spannend macht. Im Score zählt es weniger als ein Trigon — gestrichen wird es nie.
Genau die Reibung, an der man hängen bleibt — die Spannung sucht den Körper, bevor sie die Worte findet. Heute lieber tanzen als diskutieren.
Trigon
△120° · Orbis 6°Der müheloseste Winkel — fließt von selbst.
Was im Trigon zusammenkommt, passt ohne Arbeit. Klassisch einer der beziehungsbildendsten Aspekte. Der einzige eingebaute Haken: Wenn alles zu leicht fließt, fehlt manchmal der Funke der Reibung.
Berührung, die sich anfühlt wie Heimkommen — nichts muss erobert werden, alles darf einfach geschehen.
Opposition
☍180° · Orbis 8°Gegenüber — zwei Pole, die sich anziehen und spiegeln.
Tag und Nacht, voll gegenüber. Oppositionen ziehen magnetisch an und spiegeln dir das, was dir selbst fehlt. Sie können als „kann nicht voneinander lassen“ kippen oder als Pendel zwischen Nähe und Distanz — je nachdem, wie bewusst beide mitschwingen.
Die Anziehung, die zwischen Sehnsucht und Reibung kippt — heiß gerade, weil ihr euch nie ganz habt.
Orbis
ToleranzWie nah am perfekten Winkel — und damit, wie stark.
Exakt 120,000° trifft fast nie zu. Darum hat jeder Aspekt einen Orbis: eine erlaubte Abweichung, innerhalb der er noch zählt. Konjunktion und Opposition dürfen bis 8° daneben liegen, Quadrat und Trigon bis 6°, das Sextil nur 4°.
Die kleine Gradzahl hinter jedem Aspekt in der App — „Trigon, 0.4°“ — ist genau diese Abweichung vom perfekten Winkel. Je kleiner, desto enger sitzt der Aspekt, desto stärker wirkt er. Sitzt er unter 2°, gibt der Score einen Extrapunkt obendrauf.
Kapitel 4
Die Amore-Galore-Logik
Hier sitzt die Übersetzung von Astrologie-Klassik in die App: was als Funken zählt, was als lange Welle danebensteht, und wie aus all dem eine einzige Zahl wird.
Heart-Achse
App-LogikDie fünf persönlichen Planeten: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars.
Diese fünf bewegen sich schnell und liegen mitten im Persönlichen — Identität, Gefühl, Sprache, Anziehung, Begehren. Sie sind das Herz jeder Begegnung.
Merkur ist bewusst dabei. Sprache ist ein Liebes-Phänomen: Flirt, Witz, das richtige Briefchen, dirty talk, sich verstanden fühlen. Nur Aspekte, bei denen beide Planeten auf der Heart-Achse liegen, zählen in den Score.
Lange Welle
App-LogikJupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto — die lange Welle.
Die äußeren Planeten kriechen durch den Tierkreis. Auf einem deiner Heart-Punkte beschreiben sie keine Tagesstimmung, sondern eine Phase über Wochen und Monate — Ernst (Saturn), Tiefe (Pluto), Aufbruch (Uranus), Sehnsucht (Neptun), Weite (Jupiter).
In der App heißen sie „lange Welle“ und stehen getrennt unter „Langsame Themen“ — beides meint dieselben fünf Planeten (auch: Slow-Mover). In den Score fließen sie absichtlich nicht ein: Er misst den schnellen Funken, die lange Welle trägt, was über Wochen bleibt.
Score
App-LogikWie viel schneller Funke zwischen zwei Menschen springt.
Eine einzige Zahl, die jeden Heart×Heart-Aspekt mit seiner Stärke aufaddiert. Konjunktion und Trigon bringen je 3 Punkte, Opposition und Sextil je 2, das Quadrat 1. Sitzt der Aspekt enger als 2°, kommt 1 Bonuspunkt dazu.
Die lange Welle bringt 0 Punkte — deshalb kann ein Paar mit echten langsamen Bändern trotzdem auf Score 0 stehen. Der Score rangiert deine Crushes und die drei Achsen im Throuple. Er ist Spielmaterial, keine Rangliste fürs Leben.
„4 Heart · 2 lange Welle“
App-LogikDie Zählung unter jedem Paar.
Die erste Zahl sagt, wie viele Aspekte zwischen euren persönlichen Planeten gefunden wurden, die zweite, wie viele Planeten der langen Welle auf einem Heart-Punkt sitzen.
Wichtig: Die Karte druckt nur die engsten vier Treffer ab. Der Score zählt darunter alle Heart-Aspekte mit, auch die mit größerem Orbis, die nicht in der Liste stehen. Darum kann der Score höher sein, als die vier sichtbaren Zeilen vermuten lassen.
Tagesfärbung
App-LogikDer heutige Mond legt sich über alles.
Über jede Synastrie schiebt sich der Tag selbst: In welchem Sternbild steht der Mond gerade, in welcher Mondphase? Daraus wird ein Liebes-Modus mit Pflanze — Erdtag (sinnlich, Damiana), Wassertag (tief, Mädesüß), Lichttag (wortreich, Holunder), Wärmetag (begehrend, Chili).
Dieselbe Logik wie der biodynamische Aussaatkalender, nur ins Liebes-Register übersetzt. Sie färbt den Tag mit, ohne eure Geburtsbilder zu überschreiben.
Kapitel 5
Wie wir den Himmel messen
Warum deine Sonne hier in einem anderen Sternbild stehen kann als im Horoskop der Zeitung — und was Ekliptik und Längengrad damit zu tun haben.
Siderisch vs. tropisch
MessungWir messen den echten Stern, nicht die Jahreszeit.
Die übliche Boulevard-Astrologie ist auf den Frühlingspunkt geeicht und nutzt zwölf gleich große Zeichen — sie misst die Jahreszeit deiner Geburt. Wir messen siderisch: den echten Stern, an dem ein Planet zur Zeit deiner Geburt tatsächlich stand. So rechnet Maria Thun seit über sechzig Jahren für den Aussaatkalender.
Folge: Wer am 2. Mai geboren ist, ist im Boulevard „Stier“, bei uns vielleicht „Sonne in Widder“ — die Erdachse ist seit der Antike um rund 24° gewandert. Die Aspekte sind in beiden Systemen identisch, nur die Sternbild-Beschriftung verschiebt sich. Beide stimmen, sie messen Verschiedenes.
Sternbild
MessungDie zwölf echten Tierkreis-Sternbilder — ungleich groß.
Wir nutzen die offiziellen Sternbild-Grenzen der Astronomischen Union von 1930 (Delporte). Anders als die zwölf gleich breiten Boulevard-Zeichen sind die echten Bilder verschieden groß: Die Jungfrau ist mehr als doppelt so breit wie der Krebs.
Deshalb steht der Mond in manchen Sternbildern länger als in anderen — und der Frühlingspunkt, der im Boulevard „Widder-Anfang“ heißt, liegt am echten Himmel mitten in den Fischen.
Ekliptik & Längengrad
MessungDie Linie, auf der Sonne, Mond und Planeten laufen.
Von der Erde aus ziehen alle Himmelskörper ungefähr auf derselben Bahn über den Himmel — der Ekliptik. Die Engine gibt jedem Planeten auf dieser Bahn einen Längengrad von 0 bis 360°. Welches Sternbild das ist, ergibt sich daraus, in welchen Grad-Abschnitt der Wert fällt.
Aus genau diesen Längengraden rechnet sich auch jeder Aspekt: zwei Längengrade, ein Winkel dazwischen.
Im Klartext
Screenshot-Decoder
Drei Menschen, drei Achsen. Die App zeigt für jedes Paar einen Score und eine Liste der engsten Aspekte. Hier eine echte Ausgabe, Zahl für Zahl aufgeschlüsselt.
Ich × Person 3 — Score 18 4 Heart 2 lange Welle
„Energie-Verstärkung. Heute initiativ werden.“ Vier enge Heart-Aspekte stehen in der Liste. So rechnet sich ihr Beitrag zum Score:
Bleiben 5 Punkte bis zur 18. Die kommen aus weiteren Heart-Aspekten mit größerem Orbis, die unter der Liste liegen: Die Karte druckt nur die engsten vier ab, der Score zählt alle. Der Nah-Bonus greift nur unter 2° — die Mars-Sonne-Reihe steht mit 2,0° genau auf der Schwelle und bleibt darum bei ihren drei Grundpunkten.
Person 2 × Person 3 — Score 0 0 Heart · 2 lange Welle
Kein einziger Aspekt zwischen den persönlichen Planeten der beiden — deshalb null Funken-Punkte. Die zwei der langen Welle (ein langsamer Planet auf einem Heart-Punkt) sind echte, tragende Bänder. Sie zählen bewusst nicht in den Score, weil der den schnellen Funken misst, nicht das, was über Jahre trägt. Score 0 heißt also nicht „nichts zwischen euch“, sondern „heute kein schneller Funke“.
Die Engine selbst sagt es am ehrlichsten:
Drei Achsen heißt drei Wahrheiten. Wenn eine Achse stark ist und eine andere wackelt, ist das Information: Wer braucht heute was, wer redet morgen mit wem.
Schnell beantwortet
Häufige Fragen
Was bedeutet der Score im Liebeskalender?
Der Score addiert jeden Aspekt zwischen den persönlichen Planeten (Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars) beider Menschen mit seiner Stärke auf: Konjunktion und Trigon je 3 Punkte, Opposition und Sextil je 2, Quadrat 1, plus 1 Bonus, wenn der Aspekt enger als 2° sitzt. Die lange Welle (Slow-Mover) zählt nicht mit. Er misst den schnellen Funken und rangiert Crushes oder die drei Achsen im Throuple.
Warum steht da Score 0, obwohl „2 lange Welle“ angezeigt werden?
Weil der Score nur Aspekte zwischen persönlichen Planeten zählt. Zwei Menschen können über Saturn oder Pluto echte, langfristige Bänder haben und trotzdem keinen einzigen schnellen Aspekt — dann steht der Funken-Score auf 0, während die lange Welle separat angezeigt wird.
Was ist Orbis in der Astrologie?
Orbis ist die erlaubte Abweichung vom perfekten Aspekt-Winkel. Ein Trigon ist exakt 120°, darf bei uns aber bis 6° daneben liegen und noch zählen. Die kleine Gradzahl in der App (etwa „0.4°“) ist diese Abweichung: Je kleiner, desto enger und stärker der Aspekt. Unter 2° gibt es im Score einen Extrapunkt.
Was ist Synastrie?
Synastrie ist der Vergleich zweier Geburtshimmel. Jeder Planet der einen Person wird gegen jeden Planeten der anderen gehalten; jeder bedeutsame Winkel ist ein verbindender Faden. Für diese Ebene reicht das Geburtsdatum — Uhrzeit und Ort sind nicht nötig.
Warum zählt ein Quadrat trotzdem, obwohl es Spannung bedeutet?
Reibung hält wach und gehört zur Anziehung. Ein Quadrat zwischen Venus und Mars kann körperlich heißer sein als ein müheloses Trigon. Im Score bekommt es darum weniger Gewicht als die harmonischen Aspekte, gestrichen wird es nie.
Warum steht meine Sonne hier in einem anderen Sternbild als gewohnt?
Weil wir siderisch rechnen — am echten Stern, nicht an der Jahreszeit. Die Boulevard-Astrologie ist auf den Frühlingspunkt geeicht; seit der Antike ist die Erdachse rund 24° gewandert. Deine „Sonne in Stier“ kann hier „Sonne in Widder“ heißen. Beides stimmt, es wird nur Verschiedenes gemessen.